Ich schäme mich für so eine Regierung. Jeder sechste Deutsche ist armutsgefährdet!
Zahl der "Hartz-IV"-Empfänger erreicht Höchststand
Trotz der relativ positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger gestiegen. Die "hoffnungsvolle Botschaft" sei ein Trugbild, erklärte Hans Jörg Duppré vom Deutschen Landkreistag.
Entgegen der insgesamt rückläufigen Arbeitslosenstatistik beklagt der Deutsche Landkreistag (DLT) eine stetig wachsende Zahl von Hartz-IV-Empfängern. "Die Zahl der Menschen, die von Hartz IV-Leistungen abhängig sind, hat einen absoluten Höchststand erreicht", sagte DLT-Präsident Hans Jörg Duppré. Demnach stieg die Zahl der Hilfeempfänger im April dieses Jahres auf rund 7,4 Millionen.
Der Landkreistag kritisierte, dass die Zahl der Hartz-IV-Bezieher bislang auf die Langzeitarbeitslosen verengt werde. Ein-Euro-Jobber mit mehr als 15 Wochenstunden, Kranke oder Ausbildungsplatzsuchende etwa fänden sich dagegen nicht in der Arbeitslosenstatistik wieder, obwohl deren Lage oft nicht besser sei. Gleiches gelte für Erwerbstätige im Niedriglohnbereich, die zusätzlich auf "Hartz IV" angewiesen seien.
Immer häufiger staatliche Hilfe benötigt
"Es wird endlich Zeit, dass wir uns den vielschichtigen Problemen offen stellen und uns eingestehen, dass die Zahl der Personen wächst, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind", mahnte Duppré. Die hohe Zahl an Hilfsbedürftigen entwickele sich gegenläufig zur sinkenden Langzeitarbeitslosigkeit und nehme beständig zu. "Das muss nachdenklich machen."
In der aktuellen Arbeitslosenstatistik seien von den 7,4 Millionen "Hartz-IV-Sozialfällen" lediglich rund 2,5 Millionen Menschen erfasst, betonte DLT-Sprecher Markus Mempel. Die von der Politik verkündete "positive, hoffnungsvolle Botschaft" sei ein Trugbild. "Es geht nicht bergauf, ganz im Gegenteil", betonte Mempel. (mit ddp)
Altersarmut, ein Geschenk dieser Regierung
Jetzt hat es auch die Bundesregierung zugegeben: Wer weniger als zehn Euro in der Stunde verdient, läuft Gefahr, im Alter zu verarmen. Auch wenn er sein ganzes Leben lang in Vollzeit gearbeitet hat. Millionen Deutsche könnten betroffen sein. Sie auch?
Die Bundesregierung hat gegenüber der Linkspartei eingeräumt, dass Arbeitnehmern mit einem Stundenlohn unter zehn Euro im Alter die Armut droht. Auf eine Frage von Linksparteichef Klaus Ernst bestätigte das Bundesarbeitsministerium, dass knapp 29 Entgeltpunkte nötig seien, um eine Rente über dem Grundsicherungsbetrag von 684 Euro monatlich zu erhalten.
«Um dies bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden über 45 Jahre versicherungspflichtiger Beschäftigung hinweg zu erreichen, wäre rechnerisch ein Stundenlohn von rund zehn Euro erforderlich», heißt es in der Antwort des Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel, die der Zeitung Rheinpfalz am Sonntag nach deren Angaben vorliegt. Allerdings sei die Möglichkeit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge dabei nicht berücksichtigt.
Nach Ernsts Worten ist damit beim gegenwärtigen Lohnniveau jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte von Altersarmut bedroht. Dass diese Zahl nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, legt eine Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen aus dem vergangenen Jahr nahe. Nach deren Ergebnissen arbeiteten im Jahr 2008 in Deutschland etwa 20 Prozent aller Beschäftigten im so genannten Niedriglohnsektor. Als Grenzwert zum Niedriglohnbereich legten die Forscher damals einen Stundenlohn von 9,50 Euro für die alten und 6,87 Euro für die neuen Bundesländer fest; sie orientierten sich damit am Schwellenwert der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der zufolge Niedriglöhne weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns in einem Land betragen.
Arbeitsmarktexperten beobachten seit Jahren ein stetiges Wachsen des Niedriglohnsektors in Deutschland. Sollte sich dieser Prozess weiter fortsetzen, hieße das, dass auch die Zahl derer, die in Zukunft im Alter arm sind, eher zunehmen als abnehmen dürfte - was wiederum die Sozialkassen des Staates abzufedern hätten.
Quelle: cvd/wie/news.de/dpa
Ausbeutung bis zum Tod.
Berlin, 17. September (dpa) - Die Zahl der Bundesbürger mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen hat sich nach einem Zeitungsbericht in den letzten sieben Jahren verdoppelt. Gab es im Juni 2003 rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer mit einem oder mehreren Nebenjobs, so waren es im Juni 2010 fast 2,4 Millionen.
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, sagte der Zeitung, es sei ein «echter Skandal» dass offenbar immer mehr Beschäftigte von ihrer Arbeit nicht leben könnten und deshalb einem Zweitjob nachgehen müssten.






